Finito

„Ich denke, es war ein würdiger Abschluss nach 25 Jahren Bundesliga. Zum Sieg hat es nicht gereicht, aber den Zuschauern wurde etwas geboten. Hongi hat noch einmal richtig gebissen, Annett war leider leicht gehandicapt“, fasste SVB-Coach Ingo Gotsch das Auswärtsspiel zusammen. Mit 2:6 verloren die Tischtennis-Frauen der SV Böblingen beim TSV Langstadt, ihre finale Partie vor dem Rückzug. Damit blieb die SVB in der Bundesliga-Rückrunde sieglos.

Die Hessinnen hatten bis auf Izabela Lupulesku ihre Bestbesetzung, bei Böblingen fehlten Airi Avameri, Alexandra Kaufmann und wie schon die gesamte Rückrunde eine der beiden verpflichteten Taiwanesinnen. Zum Saisonschluss gab es dafür ein Novum. Qianhong Gotsch und Annett Kaufmann, die Leistungsträgerinnen der SV Böblingen, spielten erstmals zusammen Doppel. Bisher hatten sie es strikt vermieden, weil beider Spielsysteme viel zu unterschiedlich sind. Wie sich zeigte, hatten sie es zurecht vermieden. Beide zeigten zwar gegen Langstadts Schreiner/Morsch gute Ansätze, zu einem Satzgewinn reichte es aber nicht. Ingo Gotsch: „Die beiden passen nicht so recht zusammen. Die Laufwege stimmen nicht. Da wäre wohl eine intensive Abstimmung vonnöten gewesen.“ So stand es schnell 2:0 für Langstadt, weil Tamara Papadopoulos und Katrin Quarg in der Bundesliga erwartungsgemäß überfordert sind. Auch in den vier Einzeln der beiden war kein Böblinger Erfolg vorauszusehen, somit stand der Sieg Langstadts de facto bereits nach den Doppeln fest.
Für Qianhong Gotsch und Annett Kaufmann galt es nun, den 180 Zuschauern in Langstadt zum Böblinger Abschied aus dem Leistungs-Tischtennis nochmals großen Sport und den Gegnerinnen Paroli zu bieten. Und das gelang „Hongi“ und Annett in den Einzeln zum Teil eindrucksvoll. Hongi zeigte gegen Chantal Mantz wieder ihrer ganzes Repertoire an außergewöhnlichen Abwehr- und Angriffsschlägen und gewann 11:7, 11:9, 11:8. Annett Kaufmann bot der 30-Jährigen Taiwanesin Cheng Hsien-Tzu einen großen Kampf, unterlag aber in der Verlängerung des vierten Satzes. Nach der Pause begann Qianhong Gotsch verhalten gegen Cheng Hsien-Tzu, drehte dann aber die Partie mit ihrer großen Klasse. Es war Hongis 678. Bundesligasieg im Einzel bei einer Siegquote von 81 Prozent. Das ist konkurrenzlos. Annett Kaufmann kam nach 0:2 gegen Chantal Mantz nochmals zurück, musste sich aber wieder im vierten Satz knapp geschlagen geben. Die Böblingerin war allerdings gehandicapt durch eine Knieverletzung. Annett Kaufmann kann in ihren fünf Jahren Böblingen auf eine Bilanz von 53:41 zurückschauen. Mit diesen 56 Prozent Siegquote ist sie die Zweitbeste in der SVB-Historie.
Langstadt steht durch den 6:2-Sieg in den Play-offs um die deutsche Meisterschaft, beim Böblinger Frauen-Tischtennis gehen ab sofort die Lichter aus.
Die Ergebnisse (Langstadt zuerst genannt): Schreiner/Morsch – Gotsch/Kaufmann 3:0, Cheng/Mantz – Papadopoulos/Quarg 3:0, Cheng – Kaufmann 3:1, Mantz – Gotsch 0:3, Schreiner – Quarg 3:0, Morsch – Papadopoulos 3:0, Cheng – Gotsch 1:3, Mantz – Kaufmann 3:1.